Eine kurze Geschichte der deutschen Bibelübersetzungen
Die Geschichte der deutschen Bibelübersetzungen ist eng mit dem Wunsch verbunden, Gottes Wort für alle Menschen verständlich zu machen. Bereits im frühen Mittelalter entstanden erste Übersetzungen einzelner Texte in althochdeutscher Sprache. Den entscheidenden Wendepunkt markierte jedoch das 16. Jahrhundert: Martin Luther übersetzte die Bibel direkt aus den hebräischen und griechischen Urtexten und prägte damit nicht nur den Glauben, sondern auch die deutsche Sprache nachhaltig.
In den folgenden Jahrhunderten entstanden zahlreiche weitere Übersetzungen, die unterschiedliche Bedürfnisse widerspiegelten — von kirchlicher Liturgie bis hin zu persönlicher Bibellektüre. Katholische und evangelische Traditionen entwickelten jeweils eigene Textlinien, während moderne Sprachforschung und neue Handschriftenfunde zu immer präziseren Übertragungen führten.
Im 19. und 20. Jahrhundert wuchs das Interesse an wortgetreuen, textnahen Übersetzungen ebenso wie an flüssigen, zeitgemäßen Fassungen. Die Menge-Bibel (MENG) ist ein Beispiel für eine sorgfältige, sprachlich klare und zugleich theologisch fundierte Übersetzung, die vielen Leserinnen und Lesern einen direkten Zugang zum biblischen Text ermöglicht.
Heute steht eine breite Vielfalt deutscher Bibelübersetzungen zur Verfügung — von klassischen bis modernen, von wörtlichen bis dynamischen Ansätzen. Jede von ihnen eröffnet einen eigenen Zugang zur zeitlosen Botschaft der Heiligen Schrift.